KunstantiquariatFriedrich Piesk

Theodor Rocholl

Theodor Rocholl (1854 - 1933) wurde in Sachsenberg in Waldeck geboren. Er erhielt an den Akademien in Dresden, München und Düsseldorf eine profunde Ausbildung und war befreundet mit so bedeutenden Künstlern wie Ludwig Richter, Franz von Defregger, Wilhelm Leibl oder Hugo Mühlig.

Sein Name ist eng verbunden mit der Geschichte der Sababurg und dem angrenzenden Naturpark, der dank seiner Initiative vor mehr als einhundert Jahren unter Schutz gestellt wurde.

Ausgebildet bei dem bekannten Historien- und Genremaler Karl von Piloty machte er sich als "Schlachtenmaler" einen Namen. Er schilderte Szenen aus dem siegreichen deutsch-französischen Krieg 1870/71, besuchte selbst als Kriegsmaler die Kriegsschauplätze in China und auf dem Balkan und nahm noch am I. Weltkrieg teil.

Danach lebte er zurückgezogen an der Sababurg im Reinhardswald und wandte sich der Landschaftsmalerei zu. Er malte die Eichen um das ehemalige Jagdschloss, die weidenden Pferde des Gestütes Beberbeck und die Bauern bei ihrer Arbeit.

 

"... Zu den Pferden gesellen sich - motivisch vielfach in seinen Bildern variiert – weitere „Lieblinge“: die mächtigen; viele hundert Jahre alten Eichen des Sababurger Bruchs...Das Alter und die Widerstandskraft der edlen Bäume bezeugen ihm gerade in den unruhigen und unsicheren frühen 20er Jahren jene auch in der menschlichen Existenz angelegte Befähigung zum Durchstehen, Bewahren, zum Überleben. Pferde und Bäume, Bewegung und Ruhe, Wachstum und Dauer, verschmelzen in seinen vielen Sababurg- und Beberbeckbildern zur motivischen Einheit einer dem Menschen längst geheimnisvollen, weil fast verlorenen Urnatur und Urharmonie."

(Helmut Burmeister)

 

Literaturempfehlung

Helmut Burmeister: Begegnungen im Märchenwald. Der Maler Theodor Rocholl (1854-1933) und der Reinhardswald, Hofgeismar 2004.